De Kommodifizierung Beispiel Essay

 ST. LOUIS, MISSOURI/GALWAY, IRELAND October 27, 2016

The Yield Lab, a St. Louis, Missouri, USA based agriculture technology firm and business accelerator is pleased to announce the addition of Paul Finnerty to the team of the newly established Yield Lab Ireland as Chairman, which will serve as the Yield Lab’s beachhead into new Irish and European Markets.  Paul was most recently CEO of ABP Food Group, one of Europe’s leading agri-businesses.

 “We are very excited to have Paul join our team,” said Yield Lab Ireland Managing Director Brian Clevinger. “Paul brings an exceptional international agribusiness background and network to Yield Lab Ireland and to the companies that will participate in our program. We will use the same selection process in Ireland as we do in St. Louis, which is to identify and select early stage AgTech companies that sustainably increase the world food supply or reduce the inputs into the production chain.”

 The Yield Lab, originally founded in St. Louis, Missouri in 2014 to support early stage agriculture technology and sustainability, announced its plans to expand into Ireland in July 2016 during a St. Louis Economic Trade Delegation visit to Ireland. St. Louis is in the center of the agricultural heartland of the United States, with access to numerous early stage AgTech companies and geographic proximity to a wide array of customers, collaborators and investors across the Midwest.  The Yield Lab’s expansion into Ireland is predicated on similar ground; the Yield Lab Ireland intends to leverage Ireland’s proximity to European early stage agriculture technologies, agricultural production and market access.  The Yield Lab in St. Louis recently closed their application period for the 2017 investment and accelerator cycle with a total of 180 applicants.  Over 90 of those applicants, headquartered in 34 countries around the world, elected to be considered for the Yield Lab Ireland accelerator program.  A dedicated application cycle for the Yield Lab Ireland will open in early 2017.

 “As the food sustainability agenda grows in importance internationally, I feel that the Yield Lab’s focus on AgTech is of considerable importance and opportunity to the agri industry both in Ireland and internationally.  Already, the Yield Lab in St. Louis is establishing a notable track record of success in its first two years in the United States; all of their previous cohort companies are still in business and those companies have gone on to independently raise, in the aggregate, almost $20 million in follow on capital,” said Paul Finnerty. “I look forward to joining the Yield Lab Ireland as both Chairman and an investor and exploring the opportunities where I can provide value, as we seek to use the resources, experience and methodologies of the Yield Lab approach to help selected companies realise their potential and grow into industry leaders.”

 As Chairman, Paul will guide the strategic direction and development of the Yield Lab Ireland and provide mentorship and network access to the Yield Lab Ireland’s cohort companies.  The Yield Lab Ireland intends to host its first cohort of companies in St. Louis in the summer of 2017 to expose them to new markets and capital opportunities.  Additionally, the Yield Lab in St. Louis is encouraging all of its cohort companies to leverage Ireland as a beachhead into new Irish and European markets.

 “The Yield Lab has traveled from Galway to Dublin, Tuam to Tullamore and Cork to Connemara meeting with prospective early stage companies and exploring the landscape of agriculture technology in Ireland,” said Yield Lab Principal Matt Plummer. “We have seen many promising companies over the past few months and see Ireland’s agricultural industry and heritage as the premier location for AgTech startups across Europe to grow and develop.”

In the news:

“Yield Lab adds former agribusiness CEO as Chairman.” by Brian Feldt, St. Louis Business Journal, Oct 27, 2016, 11:23am CDT.

Der innere Drang des Kapitals ist es, alles was unter der Sonne existiert, zu kom modifizieren, also ihm einen Preis zu geben, um es dann zu tauschen. Sogar die Luft wurde durch (schlecht funktionierende) CO2-Märkte kommodifiziert. Die gegenwärtige Periode des deregulierten, privatisierten, globalisierten, finanzialisierten Neoliberalismus ist auf genau dieses Ziel ausgerichtet. Karl Polanyi beschrieb Prozesse der Kommodifizierung und Dekommodifizierung in seinem Buch The Great Transformation als eine »Doppelbewegung«: »Der Markt erweiterte sich ständig, doch stieß diese Bewegung auf eine Gegenbewegung, die diese Expansion in bestimmten Richtungen bremste.« Für Polanyi war die Gegenbewegung, die auf den ersten Höhepunkt der kapitalistischen Globalisierung 1914 folgte, »(mehr) als die übliche defensive Reaktion einer Gesellschaft auf Veränderungen. Es handelte sich vielmehr um eine Reaktion auf eine Umschichtung – eine Umschichtung, die die Substanz der Gesellschaft als solche angriff und gerade die durch den Markt hervorgerufenen Produktivkräfte vernichtet hätte.«

Doch mit der Abkehr von der keynesianischen, sozialdemokratischen Politik nach der Akkumulationskrise der 1970er Jahre fiel die Verantwortung für die Durchsetzung von Dekommodifizierung in die Hände der sozialen Bewegungen, teilweise im Bündnis mit Arbeiterlnnen- und Umweltbewegungen und oftmals über Grenzen hinweg operierend. Dieser Prozess begann mit der Offensive für eine echte Demokratisierung der peripheren Staaten während der Phase von 1970 bis 1990, zu einer Zeit, als einerseits die Schuldenkrisen der »Dritten Welt«, andererseits aber auch die Aufstände gegen die Sparpolitik von IWF und Weltbank dazu führten, dass selbst brutale Militärregimes sich nicht mehr an der Macht halten konnten, zuerst in Südeuropa, dann im Süden Lateinamerikas, in Ostasien, Osteuropa und in vielen Ländern Afrikas. Doch die Demokratisierungsprozesse blieben unvollständig, denn die Wirtschaftspolitik war davon nicht betroffen.

Ab Mitte der 1990er Jahre stellten immer mehr soziale Bewegungen, inspiriert von der zapatistischen Kritik des Freihandels, Dekommmodifizierung ins Zentrum ihrer Forderungen, ihrer Kampagnen und ihrer Revolutionen. Am erfolgreichsten war vielleicht der Anfang der 2000er Jahre geführte Kampf gegen monopolisierte intellektuelle Eigentumsrechte auf Medikamente gegen AIDS, in dem die südafrikanische TreatmentAction Campaign gegen die großen Pharmakonzerne, gegen die Regierungen in Washington und Pretoria und gegen die Welthandelsorganisation (WTO) einen Sieg erringen konnte, der dazu führte, dass Millionen von armen Menschen nun kostenlosen Zugang zu den Medikamenten bekommen, die Ende der 1990er Jahre noch 15.000 US-Dollar pro Jahr und Person gekostet hatten.

Ein Kampf für die Dekommodifizierung von Wasser würde zum Beispiel sicherstellen, dass es einen universellen, kostenlosen lifeline tariff gibt, der allen Konsumentinnen einen angemessenen, alltäglichen Versorgungszugang zu Wasser gewährt. Er würde die »öffentlichen Güter« (und »meritorischen Güter«), die mit Wasser verbunden sind, aufwerten, wie z.B. öffentliche Gesundheitsvorsorge, Geschlechtergerechtigkeit, wirtschaftliche Multiplikatoren, ökologische Faktoren und Aufhebung der räumlichen Segregation, die in einem warenförmig organisierten Modell der Wassversorgung üblicherweise ignoriert werden. Ein Luxusaufschlag für wohlhabende und zu viel Wasser verbrauchende Haushalte und Unternehmen wäre sowohl aus ökologischen Gründen sinnvoll als auch um die kostenlose Wassergrundversorgung querzufinanzieren. Und schließlich müssten gesetzliche und sogar verfassungsmäßige Absicherungen der Konsumentinnen durchgesetzt werden, um das »Recht auf Wasser« auf eine Weise zu verwirklichen, die zur Ermächtigung von Bürgerinnen und Arbeiterinnen, nicht von Bürokratlnnen beiträgt. Die Initiativen zur Dekommodifizierung entstehen über Grenzen und Sektoren hinweg. Das Weltsozialforum war oft ein zentraler Ort, an dem Kämpfe für Dekommodifizierung zusammenkommen, voneinander lernen und Strategien entwickeln konnten. Doch obwohl diese Kampagnen angesichts der Reichweite des Kapitals allgegenwärtig sind, bleibt der Neoliberalismus während Krisenperioden dominant und wird in mancher Hinsicht sogar noch verstärkt: Anfang der 1980er, Anfang der 1990er, Ende der 1990er und 2007-2012. Das bedeutet, dass die aktuellen Occupy-Bewegungen, die Indignados, die arabischen Revolten, die Bewegungen gegen die Sparpolitik und die verschiedenen einzelthematischen Initiativen ihre Alternativen der Dekommodifizierung verstärken müssen, dass sie die Punkte zwischen ihnen verbinden müssen, um das enorme Potenzial einer Bewegung von 99 Prozent der Weltbevölkerung und der Umwelt, gegen die Warenform und gegen die ungleichen und kombinierten Prozesse der Kapitalakkumulation verwirklichen zu können. (Übersetzung: Benjamin Opratko)

Zum Weiterlesen:

  • Polanyi, Karl (2009 [1957]): The Great Transformation, Frankfurt a.M.
  • Bond, Patrick (2006): The Decommodification Strategy

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